Warum du dich unfotogen fühlst und was du dagegen tun kannst…

First things first - das Wort “unfotogen” existiert eigentlich nicht. Wusstest du das?

Jedenfalls findest du es im Duden nicht. Es ist lediglich die Verneinung des Wortes “fotogen”, welches halt im Duden steht. Laut Duden ist die Bedeutung davon jemand (oder etwas), dass auf Fotos besonders gut oder attraktiv aussieht, respektive sich gut fotografieren lässt. Daraus wurde abgeleitet, dass Menschen, welche sich selber auf Fotos nicht so gut gefallen oder sich nicht so gerne fotografieren lassen, logischerweise “unfotogen” sind. Ich mag den Begriff fotogen nicht. Ich finde ihn schublaisierend, wertend und er entspricht meiner Meinung nach nicht mehr dem Geist der Zeit. Ich bin lange nicht die einzige Fotografin die sagt, jeder Mensch kann sich auf Fotos gefallen.

“unfotogen” ist ein Ausdruck von “sich vor der Kamera unwohl fühlen”

Die meisten Menschen behaupten von sich dass sie unfotogen sind, wenn sie sich unwohl vor der Kamera fühlen. Es geht gar nicht darum, dass von ihnen keine guten Bilder gemacht werden können. Deshalb ist es wichtig heraus zu finden, warum sie nicht gerne vor der Kamera stehen oder warum sie finden, sie sehen auf keinem Bild gut aus. Beides hat viel mit dem eigenen Selbstbild zu tun. Menschen, die mit sich selbst, ihrem Körper, ihrem Denken und ihrem Sein im Reinen sind, fühlen sich tendenziell wohler vor der Kamera. Ich selbst gehöre nicht zu diesen Menschen und habe lange auch geglaubt, ich sei unfotogen. Ich kann mich gut in dich hineinführen. Erst ein professionelles Fotoshooting hat dies für mich geändert.


Ein Foto einer Frau, die gelernt hat, dass sie doch fotogen ist.

Foto von Andrea Rufener


Plötzlich habe ich Bilder von mir erhalten, auf denen ich mich tatsächlich gefallen habe. Und das, obwohl ich in meinen Alltagskleidern zum Shooting ging und wie immer ungeschminkt. Einfach genau so, wie ich eben bin. Weil ich es selber erlebt habe, erzähle ich dir gerne was ich durch meine eigenen Erfahrungen und auch durch den Austausch mit meinen Kundinnen gelernt habe. Ich bin mir sicher, es hilft auch dir.

…sich beim Fotografieren wohl zu fühlen, ist lernbar!

Wie ich bereits erwähnt habe, ist es als erstes einmal wichtig zu wissen, was genau in dir das Gefühl von unwohl und “unfotogen” auslöst. Stört dich dein Gesichtsausdruck? Ist es deine Figur? Sieht deine Haut fleckig aus oder ist es etwas anderes? Wenn du erkennst, was genau dich auf den Bildern stört, die du von dir hast, können wir es vor deinem Fotoshooting besprechen. So kann ich mich auf dich vorbereiten und du dich auch.

Achte dich auch einmal auf die Winkel und Perspektiven, aus denen du fotografiert wurdest. Wenn du dir nicht gefällst auf einem Bild, bist du dann von unten oder von oben fotografiert worden? Sind es Nahaufnahmen die du nicht magst, oder eher wenn du weitwinklig fotografiert wirst. Ob beim Fotografieren gezoomt wird oder nicht hat einen grossen Einfluss darauf, wie wir dargestellt werden. Finde heraus, was dir besser gefällt.

Ein wirklich wichtiger Punkt für dein Wohlfühlen vor der Kamera ist die Sympathie zu deiner Fotografin (also zu mir). Wenn du kein Vertrauen in mich hast, ich dir nicht sympathisch bin, dann bist du nicht entspannt. Das selbe gilt auch umgekehrt. Deshalb lerne ich meine Kunden gerne im Voraus kennen, wenn das geht.

Wenn du daran denkst, dass du morgen ein Fotoshooting bei mir hast, welche Gedanken hast du? Dein Mindset hat grossen Einfluss darauf, wie du deinen Körper vor der Kamera bewegst. Wenn du denkst, das wird eh wieder nichts, hast du nicht die aufrechte Haltung, die nötig ist. Wenn du denkst du seist zu dick, wirst du dich verstecken und nicht verschiedne Bewegungen ausprobieren. Eine positive Einstellung zu dir und zum Fotoshooting sind notwendig, dass das Fotoshooting einen Erfolg werden kann.

Ein weiterer Grund, warum du dir auf den Fotos nicht gefällst, könnte folgender sein: Ein Foto zeigt nicht den gewohnten Blick von uns selbst. Wir sehen uns im Spiegel immer spiegelverkehrt, das ist unser Bild von uns selbst. Ein Foto bildet uns aber aus einer anderen Perspektive ab. So wie andere uns sehen. Das heisst, dass du dir auf einem Foto deswegen “fremd” vorkommen kannst, weil du dir diesen Blick auf dich nicht gewohnt bist.

Soll ich noch auf die Handykamera eingehen? Ja ich weiss, die machen gute Bilder heut zu tage. Aber auch nur, wenn die Bilder bewusst gemacht werden. Also im Portrait Modus zum Beispiel. Oder wenn die Helligkeit angepasst wird und nach dem richtigen Blickwinkel gesucht wird. Doch die meisten nehmen das Telefon in die Hand, öffnen die Kamera App und schiessen ein Foto. Keine Vorbereitung, keine Anleitung wie du dich hinstellen kannst, keine Begleitung, falsche Höhe beim Fotografieren... Kein wunder, dass du dir auf diesem Bild nicht gefällst!

Ich fasse für dich einmal zusammen: Viele Dinge haben Einfluss darauf, wie ein Bild wirkt und wie ein Bild schlussendlich aussieht. Einige davon kannst du beeinflussen, andere nicht. So kann die falsche Perspektive bei der Aufnahme dich total komisch aussehen lassen, genau so wie schlechte Einstellungen der Kamera. Dann kommt eine Anspannung dazu, die du empfindest, weil das Fotografieren vielleicht falsche Gedanken bei dir auslöst und möglicherweise fühlst du dich unwohl, weil du einen Blähbauch hast. Das Ergebnis ist ein Bild, welches dich nicht so zeigt, wie du wirklich bist. Und du denkst dann irrtümlich, es liegt an dir.

Foto von Andrea Rufener

Also, jetzt mal Konkret. Was kannst du nun tun, damit du nicht mehr das Gefühl hast, “unfotogen” zu sein?

  • analysiere deine Bilder und finde heraus, was dir nicht gefällt und warum du dir nicht gefällst

  • fange an, Selfies von dir zu machen und teste unterschiedliche Winkel und Lichtsituationen.

  • liebe und akzeptiere dich so, wie du bist ;)

  • trainiere deine Gedanken und löse negative Glaubenssätze auf, in dem du sie mit positiven ersetzt

  • suche dir eine Fotografin/Fotorafen, welche/r dir sympathisch ist und du vertraust

  • hör auf dir einzureden, du seist nicht fotogen

Und was kann eigentlich ich machen, um dir zu helfen? Meine Aufgabe ist es:

  • dir eine Atmosphäre zu bieten, in der du dich entspannen kannst

  • in Verbindung mit dir zu gehen, damit du mir vertrauen kannst

  • den besten Winkel und die beste Perspektive zu finden die zu dir passen

  • dich vor- während- und nach dem Fotoshooting so zu begleiten, damit du dich ernst genommen fühlst

 

Ich wette du hast beim lesen gedacht, ich werd sicher nicht anfangen Selfies von mir zu machen. Richtig? Fühlt sich komisch an ich weiss. Doch wenn du dich regelmässig selber fotografierst, lernst du wie unterschiedlich Licht, Winkel und Umgebung auf dein Foto wirken. Das kann dir helfen zu begreifen, dass nicht du “unfotogen” bist sondern die Situation nicht für dich passend ist. Ausserdem gewöhnst du dich an die Kamera. Die Bilder kannst du alle löschen, es kann dir nichts passieren, ausser dass du vielleicht plötzlich Spass daran finden wirst… Und ja es ist normal, dass du vielleicht fünfzehn Bilder machst, bevor dir eines so halbwegs gefällt. Oder auch mehr… Alternativ kannst du auch jemanden bitten, dich zu fotografieren. Vor die Kamera zu treten erfordert Mut, du zeigst dich intim und verletzlich und deshalb sind deine Gedanken so wichtig. Wie du über dich und über die Situation denkst hat direkten Einfluss über deine Körperhaltung und Mimik.

So wie du möglicherweise, haben auch diese drei Frauen gedacht, sie seien nicht fotogen. Obwohl sie sich nicht wohl vor der Kamera fühlen, haben sie sich getraut ein Fotoshooting zu machen und rate mal - alle drei haben Bilder erhalten, auf denen sie sich gefallen…

 

Wenn du dich für ein Fotoshooting interessierst und gerne mit mir zusammen arbeiten möchtest, du aber Angst davor hast, dann sag mir das. Ich nehme mir gerne Zeit mit dir über deine Ängste und Vorbehalte zu sprechen. Wenn du offen mit mir darüber sprichst, was dir gefällt und was dich stört an Fotos, dann hilft das mir, dich zu verstehen und dir die Situation bieten zu können, die du für dein Fotoshooting brauchst.

Übrigens ist zu wenig Zeit am Fotoshooting auch ein Grund, warum Bilder nicht gelingen. Es braucht eine Weile bis wir uns gegenseitig verstehen und bis wir ein eingespieltes Team sind. Deshalb plane ich für meine Fotoshootings immer gerne eine Stunde oder mehr ein. Damit wir Zeit haben, entspannt an die Bilder rangehen können und du dein Fotoshooting geniessen kannst.

 

Nun sag mir, wenn du über meine Worte nachdenkst, denkst du immer noch es liegt ausschliesslich an dir, dass du keine Fotos hast, auf denen du dir gefällst?

Ich bin überzeugt davon, dass es möglich ist von jedem Menschen ein Bild zu machen, dass ihm gefällt. Die Frage ist nur - möchte das auch jeder Mensch? Es gibt Menschen die möchten sich nicht Fotografieren lassen und das ist in Ordnung. Niemand muss sich fotografieren lassen, nur weil ich sage, jeder kann ;) Schade ist nur, wenn du kein Fotoshooting machst, weil du denkst du seist nicht “fotogen” obwohl du dir eigentlich Bilder von dir wünschst.

 

Ich wünsche mir für dich, dass du den Mut findest, dich vor (m)eine Kamera zu stellen, wenn du gerne Bilder von dir hättest. Der Frühling ist eine wundervolle Jahreszeit um nach draussen zu gehen und sich selbst zu beweisen, das man perfekt ist, so wie man ist!

Ich danke dir jeden falls für deine Aufmerksamkeit und wünsche dir einen wundervollen und sonnigen Tag!

Herzlich,

Nathalie

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