So gelingen deine Ferienbilder…
…und das ist gar nicht so eine Hexerei!
Hast du das Glück, dass du bald in Urlaub gehen kannst? Wie schön! Ich freu mich für dich.
Wenn du in deinen Ferien gerne einmal bessere Bilder machen möchtest, dann ist dieser Beitrag für dich. Es ist gar nicht so viel nötig, dass du aus langweiligen Momentaufnahmen, schöne Erinnerungsbilder machen kannst. Ich habe mir überlegt, wie du mit wenig Aufwand bereits eine grosse Wirkung in deine Bilder bringst und gehe hier nun auf drei wichtige Elemente ein. Du kannst diese Tipps umsetzen, egal was für Ferien du geplant hast. Städtetrip, Strandurlaub, Wanderferien in den Bergen…
Bildgestaltung
Für mich macht der grösste Unterschied wohl die Bildgestaltung aus. Es ist sofort sichtbar und spürbar, ob du dich mit der Gestaltung des Bildes befasst oder ob du einfach “knipst”. Die Bildgestaltung ist ein breites Thema in der viel Platz für Kreativität ist und die viele Fotografie-Regeln befasst. Wenn du möchtest, dass ich einmal mehr zu diesen Regeln schreibe und dir auch sage, warum du sie unbedingt brechen solltest, dann lass es mich wissen. Doch jetzt gehe ich erst einmal auf drei Dinge ein, mit denen du deine Bildgestaltung sofort verbesserst.
Vordergrund macht Bild gesund
Eine bekannte Fotografieregel ist die: Vordergrund macht Bild gesund. Warum sind alle diese Regeln eigentlich in Reimen formuliert? Naja - egal. Diese hier hat jedenfalls ihre Berechtigung. Denn wenn du sie beachtest, passiert mit deinem Bild schon unheimlich viel. Wenn du etwas fotografieren willst, den Strand, eine hübsche Gasse oder den Blick über die Berge, nimm etwas in den Vordergrund. Das kann ein Blümchen sein, ein Stein, ein Holz oder was du auch findest. Gehe nahe an dieses Etwas ran und fotografiere darüber hinweg. Dein Vordergrund wird dann unscharf, weil du nahe dran bist und gibt deinem Bild eine gewisse Tiefe. Das Bild wird sofort viel spannender und wirkt automatisch professioneller… That`s it!
Idealerweise wäre ich hier noch etwas weiter nach unten gegangen und hätte so, mit den Tulpen die Autos noch verdeckt… Auch dafür ist ein Vordergrund eine super Methode =)
die “Drittels-Regel”
Du hast bestimmt schon von der Drittels Regel gehört, wenn dich die Fotografie einigermassen interessiert. Diese Regel teilt dein Bild in Bereiche ein und hilft dir, es spannend zu gestalten. In der Regel verwendet man 1/3 zu 2/3, aber beginnen wir am Anfang. Wenn du zum Beispiel eine Landschaft hast die du fotografieren möchtest, kannst du dir überlegen, wieviel vom Bild soll Landschaft sein und wieviel vom Bild Himmel? Dabei nimmst du 2/3 vom spannenden Teil und 1/3 vom weniger spannenden Teil. Und der spannende Teil ist imfall nicht immer die Landschaft. Manchmal ist der Himmel viel spannender… Um dein Bild einzuteilen kannst du in deiner Kamera das drittel Raster anzeigen lassen. Ausserdem hilft dir das Gitter direkt auch die Kamera schön gerade auszurichten. Denn ein schiefes Bild wirkt automatisch weniger gut.
2/3 des Bildes sind hier mit der Welle gefüllt.
Perspektive
Ein sehr wichtiger Faktor, der oft unterschätzt wird ist die Perspektive. Bilder welche aus unserer Augenhöhe aufgenommen werden wirken oftmals eher langweilig, weil es unserem täglichen Blick entspricht. Es ist nichts neues. Wenn du ein Motiv hast und deine Perspektive änderst, verändert sich dein ganzes Bild. Ich habe dir hier ein kleines Beispiel mit einem Frosch. Wenn uns ein Frosch begegnet, sehen wir ihn immer von oben. Wenn ich ihn nun von oben fotografiere, ist das sehr langweilig. Ändere ich aber meine Perspektive und fotografiere den Frosch auf Augenhöhe - also auf seiner Augenhöhe, dann wirkt das automatisch ganz anders. Ausserdem passiert im Bild einiges, denn dadurch, dass ich meine Kamera nah an den Boden gehalten habe, ist direkt der Boden unscharf geworden. Das lenkt den Blick direkt zum Frosch.
Siehst du den Unterschied und vor allem die andere Wirkung im Bild? Nimm tiefere Positionen ein um Nähe aufzubauen, gehe in die Höhe um der Vogelperspektive nahe zu kommen.
Richtige Zeit - richtiger Ort
Zeit und Ort spielen für ein “gutes Bild” auch eine wichtige Rolle. Dies hat einerseits mit dem Licht zu tun und andererseits natürlich auch mit den Menschen, die dir möglicherweise durch das Bild laufen. Wenn du an beliebten Orten bist zum Beispiel in einer Stadt mit bekannten Sehenswürdigkeiten, dann hast du da immer Menschen. Wenn du ein Bild vom schiefen Turm von Pisa haben möchtest, ohne dass zu sehen ist, wer noch so dort war, dann bleibt dir nicht viel anderes übrig, als in der frühesten Morgenstunde zu gehen, die es gibt. Also wirklich mit dem Sonnenaufgang. Und der ist im Sommer einfach elend früh!
die magische “goldene Stunde”
Das Licht hat einen enormen Einfluss auf das Bild. Hast du schon mal von der goldenen Stunde gehört? Es ist die Zeit kurz nach dem Sonnenaufgang oder kurz vor dem Sonnenuntergang. Das beste Licht um zu fotografieren. Es ist weich, erzeugt kaum Schatten da die Sonne sehr tief steht und alles sieht einfach schön aus. Da kannst du fast nicht ein schlechtes Bild machen… Mein Problem ist nur, dass ich die goldene Stunde am Morgen verschlafe und die abends meistens mit dem Abendessen verbringe… Aber falls du es dir einrichten kannst, dann empfehle ich dir tatsächlich genau zu dieser Zeit fotografieren zu gehen. Und übrigens, die goldene Stunde dauert keine 60 Minuten. Sie ist unterschiedlich lange, Heute (1. Juni) dauert sie etwa 50 Minuten. Im Winter ist sie deutlich kürzer. Die goldene Stunde, der Zeitpunkt vom Sonnenaufgang/untergang und die blaue Stunde sind sehr schöne Zeiten um zu fotografieren. Jedenfalls in der Natur, am Meer, in den Bergen und auch in der Stadt. Ich empfehle immer gerne die App “Photopills” mit der kannst du berechnen wann diese Zeiten sind und du kannst auch schauen, wo steht die Sonne zu welcher Tageszeit. So kannst du auch Fotos direkt planen, wie zum Beispiel mein geliebtes Münster Bild.
Fotografieren bei “hartem Licht”
Wenn auch du zur Goldenen Stunde anders beschäftigt bist, dann bleibt dir nicht viel übrig, als bei sogenanntem harten Licht zu fotografieren. Es gibt ein Sprichwort: zwischen 11 und 3 hat der Fotograf frei. Und dass ist nicht ganz unwahr. Die Sonne steht sehr hoch und verursacht harte Schatten auf Gesichter und Objekten. Gerade in Städten kann dies aber auch spannend sein. Das Spiel mit Licht und Schatten begeistert Menschen immer wieder. Nutze diesen Kontrast zwischen hell und dunkel um spannende und aussergewöhnliche Bilder zu kreieren. Denn sind wir ehrlich, fotografieren wenn das Licht perfekt ist, ist keine Kunst ;) Ich mag es auch Bilder im harten Licht zu machen und sie dann schwarz-weiss zu bearbeiten. So wird der Kontrast noch mehr unterstützt. Bei starkem Licht werden Formen und Symmetrien manchmal deutlicher sichtbar, je nach dem wie der Schatten fällt. Auch dies kann spannend auf einem Bild wirken. Lass dich davon nicht irritieren, versuche es einfach und probiere viel aus.
finde deinen perfekten Spot
Es gibt so viele schöne Fotospots. Meistens fotografieren die Menschen eine Sehenswürdigkeit aber immer vom selben Ort aus. Weil es von da schön ist, weil man auch ein solches Bild haben will und weil man den Ort von da aus kennt. Doch oftmals gibt es noch andere Orte von denen aus du dein Motiv fotografieren kannst. Nehmen wir an du bist wieder beim schiefen Turm von Pisa. Nimm dir die Zeit und erkunde die Umgebung. Ich bin mir sicher, du kannst auch aus einer anderen Perspektive aus diesen Turm fotografieren. Dein Bild sieht dann halt nicht so aus wie das von allen anderen aber dadurch wird es wieder spannend.
Zwar nicht der Turm von Pisa aber siehst du was ich meine? Es ist nur ein Ausschnitt vom Bundeshaus auf dem Bild aber es ist klar was ich fotografiert habe und das Bild is spannender als das ganze Haus, so wie es alle kennen…
Kamera und Einstellungen
Alle meine Tipps die ich bis jetzt gegeben habe, kannst du mit jeder Kamera umsetzen, die es auf dem Markt gibt. Ja auch mit der Spielzeugkamera von deiner Tochter, auch mit deiner Handkamera und natürlich auch mit einer analogen Kamera. Es spielt sowas von keine Rolle, mit was du fotografierst, solange du Freude daran hast. Und deshalb steigen wir direkt ein ins erste Thema:
die beste Kamera ist die, die du dabei hast
Voila! Da gibt es nichts weiter zu sagen =)
Ich machs aber trotzdem… Ohne Kamera kein Bild richtig? Ich werde oft gefragt, welche Kamera ich habe und sie wird bewundert, weil sie so schöne Bilder macht… (darauf gehe ich gar nicht weiter ein…) Mich fragen auch viele warum ich mit Sony fotografiere und ob die denn die besten Kameras machen. Ich weiss es nicht ehrlich gesagt. Mir spielt dass auch keine Rolle. Ich arbeite mit Sony, weil mir diese Kameras gut in der Hand liegen. Sie sind klein und sie wissen, wie sie hochwertige Ausrüstung klein und leicht bauen können. I like!! Aber ich schweife ab. Es ist egal welche Kamera du hast. Für den Bildlook ist sowieso das Objektiv immer entscheidender als die Kamera. Aber bei meinen Tipps geht es ja gar nicht darum, wie du mit professioneller Ausrüstung arbeiten kannst sondern wie du mit wenig Aufwand mehr aus deinen Fotos rausholen kannst. Du musst dir deshalb keine neue Kamera oder Objektive kaufen gehen.
Einfache Grundregeln der korrekten Belichtung
Wie du dein Bild belichtest ist abhängig davon, wofür du dein Foto brauchst und ob du das Bild anschliessend bearbeitest oder nicht. Und damit meine ich nicht ein Filter drauf legen sondern richtig bearbeiten in einer Fotobearbeitungssoftware wie zum Beispiel Adobe Lightroom und ähnliches. Wenn du die Bilder nicht bearbeitest dann belichte immer dein Motiv korrekt. Wenn du die Bilder anschliessend bearbeitest dann belichte den hellsten Bereich korrekt. Es ist einfacher dunkle Stellen aufzuhellen als überbelichtete und ausgebrannte Stellen zu korrigieren. Aber hier gehe ich gar nicht weiter drauf ein. Du kannst mit deiner Handkamera die Belichtung etwas steuern wusstest du das? Hier hast du sicher am wenigsten Einfluss aber das ist ok. Wenn du eine Kamera hast, hast du verschiedene “Moden” in denen du fotografieren kannst und hast so mehr Kontrolle über dein Bild. Die Programmautomatik funktioniert mehrheitlich nicht schlecht. Wenn du dich etwas damit beschäftigen möchtest, versuche doch einmal ein halbautomatischer Modus aus. So dass du zum Beispiel die Blende selber einstellen kannst und die Kamera macht den Rest. Je mehr du selber einstellst, je mehr kannst du dein Bild nach deinem Geschmack gestalten. Falls du gerne lernen möchtest, wie du im Manuellen Modus fotografierst, ich biete auch Fotokurse an. Melde dich gerne bei mir =)
Kamera Check
Hast du zu Hause eine alte Kamera rumliegen und möchtest sie während deinen Ferien mal wieder rausholen und benutzen, aber du hast keine Ahnung was du mit der eigentlich kannst? Dann komm doch bei mir vorbei und wir machen gemeinsam einen Kamera Check. Das ist kein Fotokurs sondern einfach ein gemeinsames anschauen deiner Kamera. Ich erkläre dir welche Zahl wofür steht, welcher Buchstabe was bedeutet und wofür du deine Kamera einsetzen kannst. Melde dich bei mir, wenn du das machen möchtest.
Es kann übrigens auch spannend sein, wenn du dir ein Motto oder ein Thema auswählst. Zum Beispiel: wie Leben die Menschen da? Wie ist die Botanik, da wo ich bin? In zwanzig Jahren, woran will ich mich erinnern wenn ich an diesen Urlaub zurück denke? Oder so wie ich neulich in Bern: ich fotografiere alles Grüne:
Es gibt noch so viel mehr, Wass ich dir über die Fotografie und die Bildgestaltung erzählen könnte. Bist du interessiert an einem Blog Artikel in dem ich tiefer auf die Bildgestaltung eingehe? Dann schreib mir eine Nachricht. Wenn sich genügend Menschen melden, mache ich dies. Fehlt dir sonst etwas? Ich bin immer offen für Feedback. Ansonsten wünsche ich dir wundervolle Ferien und viel Freude, am Fotografieren.
Herzlich, Nathalie