Wenn ich selbst vor der Kamera stehe…

…weiss imfall auch ich nicht, was ich mit meinen Händen machen soll!

Kürzlich habe ich mich selbst wieder einmal vor die Kamera getraut.

Ja, auch ich brauche dafür etwas Überwindung und eine Person, die mich begleitet und der ich vertraue. Meine Freundin hat sich angeboten, mein lebendiges Stativ zu sein und Bilder von mir zu machen. Ich habe also meine Kamera eingestellt, ihr eine kurze Einführung in die Portraitfotografie gegeben und wir sind los gezogen. Und eines verrate ich jetzt schon, sie hat super Bilder von mir gemacht!

Obwohl ich regelmässig Menschen fotografiere und ihnen Tipps, Begleitung und Ideen gebe, weiss ich selber überhaupt nicht, was ich machen soll, wenn ich fotografiert werde. Ich bin nervös, muss ständig lachen und habe keine Ahnung, wohin mit meinen Händen. Kennst du das vielleicht?

Auch ich brauche jemanden, der mich begleitet, mir ein Feedback gibt und mir das Gefühl gibt, nicht alleine zu sein. Dieses ungewisse, ob ich auch so aussehe, wie ich mir das vorstelle, macht die ganze Situation irgendwie anstrengend und komisch. Ich finde es super, wenn ich dieses Gefühl selber immer mal wieder erfahre, denn es hilft mir dabei, dich zu verstehen.

Mittlerweile wurde ich bereits von einigen Menschen fotografiert und auch hier spüre ich jedesmal, welch grossen Einfluss mein Gegenüber auf mein eigenes Wohlfühlen hat. Über die Sympathie zwischen Fotografin und KundIn habe ich in diesem Artikel auch schon geschrieben. Nicht jede Art und Weise (von der Fotografin/Fotografen) passt zu jedem Menschen. Mit Melissa habe ich mich sehr wohl gefühlt. Wir kennen uns, wir lachen gemeinsam, ich darf sein, wie ich bin. Das war für mich unheimlich hilfreich.

Mir wurde auch bewusst, welch starken Einfluss das eigene Outfit auf das Wohlbefinden hat. Natürlich ist mir die Wirkung der Kleider auf den Fotos und auch in Zusammenhang mit dem wohlfühlen klar, doch selber zu spüren wie ein Outfit blockieren oder eben befreien kann, dass war sicher eine wichtige Erkenntnis für mich. Ich habe auf einigen Fotos ein “bauchfreies” Top an. Ich mag dieses Outfit sehr und wollte es unbedingt anziehen. Aber meine Leichtigkeit hat sich sofort in Luft aufgelöst, als ich so vor die Kamera stand. Ich fühlte mich sofort beobachtet und wurde unsicher. Darf ich mich so zeigen? Bin ich nicht zu dick für dieses Outfit? Solche Gedanken eben, wir kennen sie… Mittlerweile bin ich so froh, dass ich mich getraut habe und genau die Bilder habe, die ich mir gewünscht habe. Und wer weiss, vielleicht fühlt sich dieses Outfit irgendwann so leicht an, wie als ich meinen schwarzen Pulli getragen habe. Was denkst du? Sieht man mir meine Unsicherheit auf den Bildern an, wenn du sie vergleichst?

Zum Schluss möchte ich noch auf die Zeit eingehen. Dass war wohl mein grösster Aha-Moment. Wir haben geschlagene zwei Stunden fotografiert. Jedenfalls fast. Ich sage das immer zu meinen KundInnen, es braucht Zeit um anzukommen. Die ersten 20-30 Minuten fühlen sich nicht gleich an, wie die weitere Shootingzeit. Das habe ich selber so stark gefühlt. Irgendwann war mir egal, was ich mit meinen Händen mache. Plötzlich wusste ich, wie ich mich bewegen kann. Und am Schluss wollte ich gar nicht mehr aufhören. So ging ich mit dem Gefühl aus meinem Fotoshooting raus: schade - es hat gerade so viel Spass gemacht.

Ich denke dass Kurz-Shootings und “echte” Fotoshootings beide ihre Berechtigung haben. Ich biete auch beide gerne an. Wichtig ist viel mehr, dass du dir Gedanken dazu machst, was du gerade brauchst. Nicht an Bildern, sondern an Begleitung, Zeit und Wertschätzung. Im Idealfall entscheidet nicht der Preis über die Art des Fotoshootings, sondern alleine dein Befinden und dein Bedürfnis.

Ich freue mich, wenn ich das nächste Mal vor der Kamera stehen kann - und es wird schon bald sein… Doch mehr dazu, wenn es auch so weit ist…

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Eure beliebten “Kurzshootings” sind wieder da!

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Wenn sich ein Fotoshooting leicht anfühlt